FAQ – Beurteilung

FAQ

1) Wie kann man als Lehrperson mit den vorhandenen zeitlichen Ressourcen allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden und die formative Beurteilung in den Vordergrund stellen?

Antwort:

Formative Beurteilung unterstützt das Lernen wirksam. In der SchiLw-Weiterbildung «Formatives Feedback und Adaptive Unterstützung» werden hilfreiche Instrumente vorgestellt und über IQES-online zugänglich gemacht, welche für den systematischen Gebrauch im Unterricht geeignet sind.

Die Ressourcen sind im Unterrichtsalltag auch bei der Begleitung der Schülerinnen und Schüler mitzudenken.

Der Fokus des Unterrichts liegt auf dem Lernen der Schülerinnen und Schüler. Die Ressourcen sind jedoch beschränkt. Deshalb muss man gezielt Schwerpunkte setzen, um eine permanente Überforderung aller Beteiligten zu vermeiden. Bei der Planung von Lernsequenzen gilt es also, die formative Beurteilung für relevante Kompetenzstufen (Grundanforderungen, zentrale Lernziele) systematisch miteinzuplanen. Diese muss nicht zwingend von der Lehrperson alleine geleistet werden, sondern es können auch sinnvolle Formen des Peerfeedbacks und der Selbstbeurteilung miteinbezogen werden.

2) Wie kann ich als Lehrperson Beobachtungen zu überfachlichen Kompetenzen oder zum Lernstand (Lbf 3H/4H) mit den bestehenden Ressourcen ökonomisch festhalten?

Antwort:

Ein ökonomisches Festhalten von Beobachtungen kann durch die gezielte Auswahl von Beobach­tungs­schwerpunkten erzielt werden. Die Beobachtungen dazu können in bereitgestellte Raster übertragen werden. Durch ein schüleraktives Unterrichtssetting (kooperative Lernformen wie Arbeit in Kleingruppen) können Freiräume für das Beobachten geschaffen werden. Die Aufgaben­stellungen müssen so beschaffen sein, dass die entsprechenden Beobachtungsschwerpunkte sichtbar werden.

Siehe auch Antwort zu A1

3) Bis zu welchem Grad muss ich als Lehrperson gegenüber Eltern in Bezug auf meine Beurteilung Transparenz schaffen?

Antwort:

Beurteilung gehört zum Grundauftrag der Lehrpersonen und ist Teil ihres professionellen Handelns. Unter anderem hat Beurteilung zum Zweck, die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern über den Lern- und Entwicklungsstand zu informieren und Stärken / Schwierigkeiten aufzuzeigen.

Das Gespräch ist die bevorzugte Mitteilungsform, um die Eltern über die Lernfortschritte ihres Kindes zu informieren. Es findet mindestens einmal jährlich statt. Die Lehrpersonen und die Eltern können jederzeit um weitere Gespräche ersuchen.

Die Lehrpersonen und die Eltern tragen dazu bei, dass die Gespräche konstruktiv ablaufen, wobei die Lehrpersonen Beispiele für das Gelernte (Leistungsnachweise, Arbeiten von Schülerinnen und Schülern, …) und ihre Beobachtungen und die Eltern ihrerseits alle nützlichen Informationen einbringen.

 

Die Eltern müssen über den Leistungsstand ihres Kindes informiert werden. Spezifische Grundsätze bezüglich der summativen Leistungsbeurteilung (Bsp.: Bewertungsskala) sind in Kapitel 2 des DOA-internen Leitfadens «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H» geregelt und kann den Eltern erklärt werden. Weitere Präzisierungen regelt jede Schule in ihrem «Schulinternen Leitfaden Beurteilung» (Bsp.: wie werden die Resultate der Leistungsnachweise mitgeteilt, Unterschriftenregelung, Bekanntgabe Lernziele, Bedeutung pädagogischer Ermessensspielraum, …).

4) Aufgrund der Fokusverschiebung hin zur formativen Beurteilung stellt sich die Frage nach dem Sinn von Noten. Weshalb müssen Lehrpersonen weiterhin benoten?

Antwort:

Artikel 37 des Gesetzes über die obligatorische Schule (SchG) und Artikel 75 des Reglements zum SchG (SchR) legen dies für den gesamten Kanton Freiburg fest. Wir sind verpflichtet diese Vorgaben umzusetzen.

5) Wie schaffen es Lehrpersonen die Motivation von Schülerinnen und Schülern trotz Noten aufrecht zu erhalten? Was können Lehrpersonen tun, um die Selbstwirksamkeit / das Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern nicht zu beschädigen?

Antwort:

Noten haben kaum Einfluss auf eine positive intrinsische Motivation von Lernenden. Motivation lässt sich jedoch gezielt fördern, dies haben zahlreiche Studien gezeigt. Konkrete Fördermassnahmen sind zum Beispiel Selbstbestimmung des Lernprozesses, angemessen herausfordernde Lernaufgaben, echte Fragen sowie Zeit zum eigenen Denken.

Noten beeinflussen hingegen das fachspezifische Selbstkonzept. Es lässt sich nicht verhindern, dass Schülerinnen und Schüler mit ungenügenden Lernleistungen im entsprechenden Fachbereich ein negatives Selbstkonzept aufbauen. Die Lehrperson kann diesem Effekt durch eine stärkere Betonung des formativen Feedbacks, durch das Verwenden einer lernförderlichen Sprache und durch eine positive Fehlerkultur entgegenwirken.

Letzteres hängt ebenfalls mit der Haltung der Lehrperson zusammen. Hilfreich ist, wenn sie an die Lernfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler glaubt und Noten nicht zu wichtig nimmt (so wenig wie möglich, soviel wie nötig).

6) Wie viele Noten / Prädikate müssen in den verschiedenen Fächern generiert werden?

Antwort:

Grundsätzlich soll summativ nur so viel wie nötig, aber formativ so viel wie möglich beurteilt werden. Die Mindestanzahl Prädikate (4H2) respektive Noten (5H -11H) ist im Leitfaden «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H» pro Fachbereich definiert. Schulen können in ihrem «Schulinternen Leitfaden Beurteilung» allenfalls eine Obergrenze definieren.

7) Ist es zwingend nötig, alle Fächer mit Noten zu beurteilen?

Antwort:

Gemäss Artikel 63 SchR werden grundsätzlich alle Fachbereiche, die gemäss Lehrplan 21 durch Mindestansprüche definiert sind, summativ bewertet. Gemäss Leitfaden «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H» wird im Schulzeugnis in den Fächern «Ethik, Religionen, Gemeinschaft», «Berufliche Orientierung» sowie den Wahl- und Freifächern lediglich der Besuch vermerkt (Ausnahme Wahlfach Latein).

8) Wie legen Lehrpersonen Grund- und erweiterte Anforderungen fest?

Antwort:

Idealerweise machen neue Lehrmittel diesbezüglich Vorschläge. Falls nicht, müssen Grundanforderungen so definiert werden, dass das Weiterlernen sichergestellt ist. Kompetenzstufen und Grundansprüche des Lehrplans 21 können diesbezüglich Hinweise liefern. Zusätzliche Sicherheit beim Setzen der Anforderungen kann durch Absprachen und Kooperation von Lehrpersonen erreicht werden.

 

Folgende Beispiele wurden ausgearbeitet und stehen zur Verdeutlichung  zur Verfügung:

1. Zyklus: Phonologische Bewusstheit

2. Zyklus: Mathematik

3. Zyklus: Englisch

Die Präsentationen sind mit Audiokommentaren veresehn, die bei Klick aktiviert werden können.

 

 

9) Was bedeutet, wenn Schülerinnen und Schüler die Grundanforderungen erreichen?

Antwort:

Erreichen die Schülerinnen und Schüler die Grundanforderungen, der von den Kompetenzen des Lehrplans abgeleiteten Lernziele, und können diese in geübten und vertrauten Situationen anwenden, wird der diesbezügliche Leistungsnachweis mit dem Prädikat «Lernziel erreicht» oder mit der Ziffer 4 bewertet. Die Erreichung der Grundanforderungen ermöglicht der Schülerin oder dem Schüler das Weiterlernen. Dies gilt sowohl in der Primarschule wie in allen Klassentypen der Orientierungsschule.

10) Was bedeutet die Erreichung der Grundanforderungen in den verschiedenen Klassentypen des 3. Zyklus?

Antwort:

Das Erreichen der Grundanforderungen in einem Klassentyp bedeutet, dass es voraussichtlich nicht zu einem Wechsel des Klassentyps kommt. Werden über eine längere Zeitspanne in verschiedenen Fächern die erweiterten Anforderungen eines Klassentyps erfüllt, kann gemäss Durchlässigkeit ein Wechsel in einen höheren Klassentyp erfolgen. Falls die Grundanforderungen über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt werden, kann ein Wechsel in einen leistungsschwächeren Klassentypus erfolgen.

11) Sollen Grund- und erweiterte Anforderungen auf Lernstandserfassungen oder Leistungsnachweisen sichtbar gemacht werden?

Antwort:

In Lernstandserfassungen (3H-4H1) können Grund- und erweiterte Anforderungen sichtbar werden. In Leistungsnachweisen (4H2-11H) wird die maximale Punktzahl pro Aufgabe angegeben. Die Punktzahl für die genügende Leistung wird im Voraus festgelegt. Die Bewertungsskala ist auf dem Leistungsnachweis ersichtlich. Angaben zu Grund- und erweiterten Anforderungen müssen nicht gemacht werden.

12) Wie werden Grundanforderungen für leistungsschwache SuS gesetzt, dass auch höhere kognitive Niveaus bedient werden?

Antwort:

Alle Schülerinnen und Schüler können anspruchsvolle Aufgabenstellungen bearbeiten und kreative Leistungen erbringen. Bei den Grundanforderungen muss der erwartete Umfang, der Einsatz von Hilfsmitteln und passende Unterstützung festgelegt werden.

13) Was bedeutet, wenn in einem Leistungsnachweis die Grundanforderungen nicht erreicht werden? Was sind die Konsequenzen?

Antwort:

Die Schülerin oder der Schüler wird in diesem Leitungsnachweis mit «Lernziel nicht erreicht» respektive einer ungenügenden Note bewertet. Die Lehrperson kann mit ihr oder ihm Möglichkeiten für das Weiterlernen besprechen (vgl. Darstellung Lernzyklus im Leitfaden «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H» Anhang 7.2). Erreicht die Schülerin oder der Schüler über einen längeren Zeitraum die Grundanforderungen, der von den Kompetenzen des Lehrplans abgeleiteten Lernziele nicht, kann dies eine Statusveränderung (NM) oder einen Klassentypuswechsel zur Folge haben.

Siehe auch Antwort zu Frage D3

14) Welches ist der Unterschied zwischen Anforderungen (Grund- und erweiterte Anforderungen) und Lernzielen? Können sie als Synonym verwendet werden?

Antwort:

Lernziele können als Schritte zum Aufbau der angestrebten Kompetenzen angesehen und können Grund- oder erweiterten Anforderungen zugeordnet werden. Grundanforderungen bezeichnen elementare Lernziele, welche erreicht werden müssen, damit das Weiterlernen möglich wird. Erweiterte Anforderungen vereinen Lernziele, welche weitergehende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bescheinigen.

15) Wie fliesst die Prozessorientierung in die summative Leistungsbeurteilung ein?

Antwort:

Für die summative Beurteilung von Lernprozessen gibt es keine allgemeingültige Formel. Vielmehr geht es darum, relevante Aspekte des Lernprozesses zu würdigen und in die Beurteilung miteinfliessen zu lassen. Dabei gelten wie auch sonst im Rahmen summativer Beurteilung folgende Grundsätze:

• Es sollte nichts summativ beurteilt werden, was nicht zuvor im Unterricht bewusst gelernt werden konnte.

• Das bedeutet, für die fokussierten Aspekte des Lernprozesses werden entsprechende Lernziele formuliert und gegenüber den Schülerinnen und Schülern transparent gemacht.

• Im Unterricht besteht genügend Gelegenheit zur Erarbeitung und Übung der fokussierten Aspekte.

• Für die Bewertung liegen klare, nachvollziehbare und eingegrenzte Kriterien und Indikatoren vor.

• Vor der summativen Bewertung erhalten die Schülerinnen und Schüler mindestens einmal eine formative Rückmeldung.

Wichtig ist es, die summative Prozessbeurteilung gezielt in ausgewählten Fächern und Lernsequenzen bewusst einzusetzen. Diese kann in einer Einzel- oder Teilnote erfolgen. Mögliche Formen sind zum Beispiel Lern- und Arbeitsjournale, Forschungstagebücher, Experimentierhefte oder auch die reflektierte Überarbeitung und Verbesserung von summativen Leistungsnachweisen.

Abbildung 1: Überschneidung zwischen überfachlichen Kompetenzen und fachspezifischer Bewertung von Lernprozessen. Überfachliche Kompetenzen werden global und mehrperspektivisch eingeschätzt. Demgegenüber werden Lernprozesse im einzelnen Fachbereich aus fachspezifischer Sicht mitbewertet.

Die Bewertung von Lernprozessen überschneidet sich teilweise erheblich mit einzelnen überfachlichen Kompetenzen. Dies ist hauptsächlich im Bereich der personalen und methodischen Kompetenzen der Fall. Diese fachspezifische Bewertung erfolgt spezifisch nach ausgewählten Kriterien und Indikatoren. Demgegenüber steht die generelle Einschätzung der überfachlichen Kompetenzen im Schulzeugnis, welche einen Zusammenzug aus unterschiedlichen Perspektiven und verschiedenen Fachbereichen darstellt.

16) Fliesst Selbstbeurteilung in die summative Leistungsbewertung oder die Beurteilung der überfachlichen Kompetenzen ein?

Antwort:

Die summative Leistungsbewertung mit Prädikaten (4H2) oder Noten (5H-11H) ist in jedem Fall eine Fremdbeurteilung von Lehrpersonen. Ebenso werden für das Schulzeugnis die überfachlichen Kompetenzen ausschliesslich von Lehrpersonen eingeschätzt.

Die Selbstbeurteilung der Schülerin oder des Schülers ist zwar wichtig, wird aber für das Schulzeugnis nicht berücksichtigt.

In Kapitel 2.2 des «Leitfaden für Lehrpersonen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Rahmen des Schulzeugnisses 1H-11H» steht folgendes: «Die Bewertung im Schulzeugnis (Prädikat / Note) beruht ausschliesslich auf der Fremdbeurteilung durch die Lehrperson.»

17) Wie werden Produkte summativ beurteilt?

Antwort:

Eine wichtige Grundlage für die summative Beurteilung von Produkten ist das Verwenden von geeigneten Kriterienrastern, die sich an den vom Lehrplan abgeleiteten Lernzielen orientieren. Die Kriterien solcher Raster werden durch die Lehrperson klar formuliert und den Schülerinnen und Schülern in geeigneter Form frühzeitig mitgeteilt. Der Phase der summativen Beurteilung gehen Einübung und formative Beurteilung voraus. In Kapitel 1.5 des «Leitfaden für Lehrpersonen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Rahmen des Schulzeugnisses 1H-11H» steht: «Zentral ist, dass die Lehrperson transparente und verständliche Kriterien festlegt, diese den Schülerinnen und Schülern bekannt gibt und die Leistung danach beurteilt.»

18) Wie detailliert werden Angaben über Notenskala, Orientierung, Handlungsaspekte oder Kompetenzbereiche auf Leistungsnachweisen festgehalten?

Antwort:

Bei einem Leistungsnachweis wird die maximale Punktzahl pro Aufgabe angegeben. Die Punktzahl für die genügende Leistung wird im Voraus festgelegt. Die Bewertungsskala ist auf dem Leistungsnachweis ersichtlich. Schulen können in ihrem «Schulinternen Leitfaden Beurteilung» allenfalls Konkretisierungen vornehmen. Angaben bezüglich Orientierung, Handlungsaspekte oder Kompetenzbereiche müssen nicht gemacht werden.

19) Was ist prognostische Beurteilung, wo wird sie angewendet?

Antwort:

Die prognostische Beurteilung ist für Laufbahnentscheide wie beispielsweise den Übertritt von der Primar- in die Sekundarschule relevant. Glossar Fachbegriffe zu «Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht»: «Prognostische Beurteilung ist eine «schullaufbahnsteuernde» Beurteilung. Das Augenmerk wird auf die weitere Entwicklung gerichtet. Ihre wichtigste Form ist die Laufbahnberatung. Die zukünftigen Wege der einzelnen Schülerinnen und Schüler stehen aber auch im Zusammenhang mit der zertifizierenden Beurteilung: Sind die notwendigen Zeugnisnoten oder Zertifikate vorhanden, um eine gewünschte Laufbahn einzuschlagen? Die prognostische Beurteilung wendet den Blick darauf, welche Förderung für die kommende Laufbahn wichtig und erforderlich ist. Sie stützt sich auf die Gesamtbeurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen.»

20) Welches ist der Anteil der formativen Beurteilung an der Schulzeugnisnote?

Antwort:

Schulzeugnisnoten werden auf der Grundlage von Noten oder Prädikaten zu Leistungen berechnet, welche in summativen Leistungsnachweisen erzielt werden. Die formative Beurteilung fliesst somit nicht direkt in die Schulzeugnisnote ein. Formative Beurteilung richtet das Augenmerk auf die Lernbegleitung während einer Lernsequenz und unterstützt Schülerinnen und Schüler indirekt darin, am Ende einer Lernsequenz bessere Leistungen zu zeigen. Das Glossar «Fachbegriffe zu Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht» besagt folgendes: «Die formative Beurteilung ist eine lernsteuernde und lernbegleitende Beurteilung. Sie vermittelt wichtige «Rückmeldungen zum Lernstand, zum Lernprozess und zum weiteren Vorgehen. Die formative Beurteilung wird nicht benotet. Formative Beurteilung kann systematisch und geplant werden (z.B. schriftliche Lernkontrolle oder Standortgespräch) oder spontan erfolgen (z.B. während Verarbeitungsphasen im Unterricht). Die formative Beurteilung findet in der Förderphase des Unterrichtens statt. Sie beruht auf Beobachtungen. In Form von Feedback werden die bereits erreichten Fortschritte gewürdigt und allfällige Fehler fürs Weiterlernen genutzt. Damit wird der Fokus auf die nächsten Lernschritte gelegt.»

21) Welches sind Formen der formativen Beurteilung?

Antwort:

Formative Beurteilung kann spontan oder geplant erfolgen. Die bekannteste Form von geplanter formativer Beurteilung ist die Lernkontrolle. Sie gibt Aufschluss, wo eine Schülerin oder ein Schüler im Lernprozess steht und welches die möglichen nächsten Ziele sein könnten. Spontane formative Beurteilung geschieht oft beiläufig im Unterricht. Das SchiLw-Modul «Formatives Feedback und adaptive Unterstützung» widmet sich dieser Fragestellung detailliert.

22) Wie geht die Fokusverschiebung von summativer Bewertung hin zu lernfördernder formativen Beurteilung vor sich?

Antwort:

Fördern und Qualifizieren sind zentrale Aufgaben im Lehrberuf. Im Lehrplan 21 steht die Förderung im Zentrum. Das bedeutet, dass formative Beurteilungsformen wie Peer-Feedback, Selbstbeurteilung, unbenotete Lernkontrollen oder Standortgespräche systematisch eingeplant werden. Wenn Leistungen bewertet werden, wurden die erwarteten Kompetenzen vorher im Unterricht erarbeitet und die Schülerinnen und Schüler kennen die Erwartungen und Kriterien.

23) Wie kann Selbstbeurteilung gestaltet werden, dass sie gehaltvoll, lernwirksam und gewinnbringend ist?

Antwort:

Selbstbeurteilung ist eine Kompetenz, welche im ersten Zyklus beginnend systematisch über die Schulstufen hinweg aufgebaut werden muss. Damit sie gehaltvoll, lernwirksam und gewinnbringend ist, muss sie sich an klaren und inhaltlich relevanten Kriterien orientieren. Diese Kriterien werden in einer für die Lernenden verständlichen und altersgerechten Sprache formuliert sein.

24 )Welche Möglichkeiten bestehen, SuS im Bereich der Selbstbeurteilung zu fördern, wenn sie unkritisch und minimalistisch sind?

Antwort:

Die Lernenden müssen den Nutzen der Selbstbeurteilung konkret erfahren. Selbstbeurteilung ist eine Kompetenz, welche im ersten Zyklus beginnend systematisch über die Schulstufen hinweg aufgebaut werden muss. Unkritische Schülerinnen und Schüler können durch das Vermitteln einer lernförderlichen Sprache angeleitet werden, differenzierter über das eigene Lernen nachzudenken. Minimalistische Schülerinnen und Schüler müssen beim Aufbau einer besseren Arbeitshaltung unterstützt werden.

25) Können in der summativen Leistungsbeurteilung überfachliche Kompetenzen mitbeurteilt werden?

Antwort:

Überfachliche Kompetenzen können als Kriterien in Beurteilungsraster einfliessen. Insbesondere methodische Kompetenzen sind bisweilen schwer von fachlichen Kompetenzen abgrenzbar. Auch wenn überfachliche Kompetenzen nicht explizit als Kriterien in Beurteilungsraster aufgeführt werden, beeinflussen sie die fachliche Leistung von Schülerinnen und Schüler in jedem Fall. Überfachliche Kompetenzen werden zudem gesondert im Schulzeugnis beurteilt; sie nehmen also einen wichtigen Stellenwert in der Gesamtbeurteilung von Schülerinnen und Schülern ein.

26) Wie lege ich die Grundanforderungen bei überfachlichen Kompetenzen fest?

Antwort:

Es gibt keine Grundanforderungen, sondern es wird das dem Alter entsprechende, im Schulkontext erkennbare Verhalten in Bezug auf eine überfachliche Kompetenz beurteilt. Bei der Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen geht es um eine transparente, nachvollziehbare und professionelle Einschätzung und nicht um quantitatives Messen. Grundlage für eine transparente, nachvollziehbare und professionelle Einschätzung der überfachlichen Kompetenzen bilden Indikatoren. Sie erlauben eine qualitative Einschätzung des erkennbaren Stands des Kompetenzaufbaus während des Semesters bis zum Zeitpunkt der Schulzeugniserstellung.

Steht das Kreuz in der zweiten Spalte von links, entspricht dies dem für das Alter üblicherweise erwarteten Verhalten.

27) Wie viele Indikatoren werden bei der Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen berücksichtigt?

Antwort:

Sie dienen als Orientierungshilfe bei der Beurteilung der überfachlichen Kompetenzen, indem sie deutlich machen, was unter der jeweiligen Kompetenz zu verstehen ist. Für die Beurteilung einer überfachlichen Kompetenz müssen je nach Schulstufe oder Zyklus nicht zwingend alle Indikatoren berücksichtigt und gleich gewichtet werden. Dies wird für die Eltern in einem Begleitschreiben zum Schulzeugnis, welches den Schulen Ende Dezember 2020 zur Verfügung stehen wird, erklärt. Schulen können in ihrem «Schulinternen Leitfaden Beurteilung» allenfalls Konkretisierungen vornehmen.

28) Wie ist die Viererskalierung bei der Beurteilung der überfachlichen Kompetenzen anzuwenden?

Antwort:

Im Leitfaden «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H», Kapitel 3.7 wird folgendes beschrieben: «Überfachliche Kompetenzen werden mit einem Kreuz innerhalb einer Viererskala beurteilt. Die Skala reicht von «kaum erkennbar» bis «deutlich erkennbar». Die Zwischenstufen werden im Schulzeugnis nicht beschrieben. Ein Kreuz in einer der Zwischenstufen beschreibt den Grad der Entwicklung innerhalb der Kompetenz von «kaum erkennbar» hin zu «deutlich erkennbar». Steht das Kreuz in der 2. Spalte von links, entspricht dies dem für das Alter üblicherweise erwarteten Verhalten.»

29) Kann summativ nach der Individualnorm beurteilt werden?

Antwort:

Individuelle Lernfortschritte sind meist Gegenstand der formativen Beurteilung. Summativer Leistungsbeurteilung liegt zwingend die Sachnorm (vgl. Glossar) zugrunde.

30) Kann es in Leistungsnachweisen oder Lernstandserfassungen sinnvoll sein, die Sozial- und nicht die Sachnorm (Kriterienraster) anzuwenden?

Antwort:

Die Bezugsnorm klärt, worauf sich die Beurteilung bezieht. Es wird zwischen Sach- (bzw. Kriteriums-), Individual- und Sozialnorm unterschieden. Für Leistungsnachweise (Bewertungen mit Noten, Prädikaten) gilt ausschliesslich die Sach- bzw. Kriteriumsnorm (vgl. Glossar und Leitfaden «Beurteilung fachliche und überfachliche Kompetenzen-Schulzeugnis 1H-11H», Kapitel 2.2 «Beurteilt werden ausschliesslich die auf das Fach bezogenen Lernziele, an denen gearbeitet wurde.»)

31) Was wird am Ende von Kooperativen Lernprozessen beurteilt?

Antwort:

Am Ende von kooperativen Lernprozessen können Ergebnisse und Produkte von Gruppen beurteilt werden. Die individuelle Leistung der Gruppenmitglieder kann berücksichtigt werden, sofern diese als solche erkennbar ist (bspw. Wenn für einen Vortrag Teilthemen individuell erarbeitet wurden). Die sozialen Kompetenzen «arbeitet mit anderen zielorientiert zusammen» und «verhält sich respektvoll» fliessen im Rahmen der Beurteilung der überfachlichen Kompetenzen ins Schulzeugnis ein. Die summative Leistungsbeurteilung von kooperativen Lernprozessen sollte in jedem Fall weniger stark gewichtet werden, als andere Formen der Leistungsbeurteilung. Dies kann durch das Setzen des Koeffizienten 1 erreicht werden.

32) Welches Mass an Zusammenarbeit innerhalb der Schule in Bezug auf Beurteilung ist erforderlich?

Antwort:

Im Bereich der Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen und den fachübergreifenden Anwendungskompetenzen M&I macht der «Leitfaden für Lehrpersonen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Rahmen des Schulzeugnisses 1H-11H» Vorgaben zur Zusammenarbeit von Lehrpersonen (siehe Verweise). Regelungen zur Zusammenarbeit, die über diesen Leitfaden hinausgehen, werden allenfalls schulintern definiert und im «Schulinternen Leitfaden Beurteilung (SiLBe)» festgehalten. Im Kapitel 3.3 des «Leitfaden für Lehrpersonen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Rahmen des Schulzeugnisses 1H-11H» steht: «Die Beurteilung für den Schulzeugniseintrag Ende Semester basiert auf einem verbindlichen Austausch mehrerer Lehrpersonen der Klasse aufgrund ihrer individuellen Bilanz der Beobachtungen im Laufe des Semesters.» Im Kapitel 4.3.2 des «Leitfaden für Lehrpersonen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Rahmen des Schulzeugnisses 1H-11H» steht: «Damit am Ende des zweiten Semesters der 4H der Stand des Kompetenzaufbaus der «fachübergreifenden Anwendungskompetenzen M&I» durch die Klassenlehrperson(en) ermittelt werden kann, muss die Bilanz von den am Aufbau verantwortlichen Lehrpersonen der Klasse besprochen und ausgetauscht werden.»

33) Gibt es Bestrebungen gemeinsame Leistungsnachweise zu erstellen, welche in allen LP21 Kantonen angewendet werden können?

Antwort:

Es sind keine kantonsübergreifende Leistungsnachweise geplant. Aktuell wird die Erreichung der Nationalen Bildungsstandards mittels Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) durch die EDK erfasst. Standortbestimmungen und Lernfördersysteme (Mindsteps und Check dein Wissen, Lernpass plus) werden in Deutschfreiburg teilweise eingesetzt (IVE), in Klassen des 2. Zyklus getestet und an mehreren Schulen während des Fernunterrichts und der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts eingesetzt.

34) Darf und soll das «Wollen» beurteilt werden?

Antwort:

Der Lehrplan 21 definiert Kompetenzen als Zusammenspiel von Wissen, Können und Wollen. Aus diesem Grund ist es zwingend, dass auch das «Wollen» beurteilt wird. Hier muss zwischen formativer und summativer Beurteilung unterschieden werden. In der formativen Beurteilung spielt die Steuerung des eigenen Engagements eine wichtige Rolle. Diese fliessen ausserdem in die Einschätzung der Überfachlichen Kompetenzen ein.

Auch hier gilt, dass die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Teilkompetenzen im Unterricht aufbauen und üben konnten.

35) Wie wird das Übertrittsverfahren (Primar => Sekundar) aufgrund der Einführung des LP21 angepasst?

Antwort:

Die Ad-hoc Gruppen Deutsch und Mathematik, welche für die Ausarbeitung der Zuweisungsprüfung verantwortlich sind, erhalten den Auftrag, die Aufgaben entsprechend den vom LP 21 abgeleiteten Lernzielen zu erstellen.

36) Wie wird das Übertrittsverfahren (Primar => Sekundar) aufgrund der Akzentverschiebung in der Beurteilung angepasst?

Antwort:

Die Ad-hoc Gruppen Deutsch und Mathematik, welche für die Ausarbeitung der Zuweisungsprüfung verantwortlich sind, erhalten den Auftrag, die Aufgaben entsprechend den vom LP 21 abgeleiteten Lernzielen zu erstellen.

37) Wie wird im Bereich Beurteilung der Übergang von Sek 1 in Sek 2 (Weiterführende Schulen) im Sinne der Akzentverschiebung gewährleistet?

Antwort:

Im Zusammenhang mit der Einführung des LP 21 fanden für die Lehrpersonen der Gymnasien und der Berufsschule Informationsveranstaltungen hinsichtlich der Kompetenzorientierung und der Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht statt. Regelmässig finden Gespräche mit den Verantwortlichen der Schulen S2 und des obligatorischen Unterrichts statt. Ziel ist es, gemeinsam mit den Fachgruppenpräsidien und Fachdidaktikerinnen und -didaktiker der S1 und S2 die nötigen Informations- und Austauschanlässe für die jeweiligen Fachlehrpersonen zu organisieren. Prioritär sind Fremdsprachen, Mathematik und Deutsch. Um den Übertritt der Schülerinnen und Schüler der Förderklasse in die Berufsbildung so gut wie möglich zu gestalten, wurde ein Austauschtreffen mit den Lehrpersonen der Förderklassen und den Lehrpersonen der EBA-Ausbildung (Eidgenössisches Berufsattest) und Integrationsmassnahmen des Amts für Berufsbildung für März 2020 geplant. COVID-19 bedingt musste es auf das Schuljahr 2020/21 verschoben werden.

38) Kann in Leistungsnachweisen die Note 6 erreicht werden, auch wenn nicht überprüft werden kann, ob die Leistung mit Leichtigkeit und in komplexen neuen Situationen erzielt wurden?
Antwort:
Es ist grundsätzlich möglich, dass die Note 6.0 in Leistungsnachweisen erzielt wird, auch wenn keine Aufgaben gestellt werden konnten, welche die Erreichung der Lernziele mit Leichtigkeit in neuen, komplexen Situationen attestiert. Das Kapitel 2.3.4 ist als Orientierungshilfe zu verstehen, wie die Notenwerte interpretiert werden können. Auf der Ebene des einzelnen Leistungsnachweises ist es nicht immer möglich, entsprechende Aufgabenstellungen zu finden, welche bezüglich Leichtigkeit und Anwendung in neuen, komplexen Situationen Aussagen ermöglichen. Entsprechend verfügen Lehrpersonen in dieser Situation über einen professionellen Ermessensspielraum.
39) Gibt es für die Kompetenzbereiche «Hören» und «Sprechen» Vorschläge zur Beurteilung?
Antwort:
Die Fachgruppe Deutsch erarbeitet im Schuljahr 2020/21 ein Beispiel für die prozessorientierte Förderung im Kompetenzbereich «Hören».
40) Wo finden sich Kriterienraster zur Beurteilung?
Antwort:
Lehrmittel wie Beispielsweise «Sprachstarken» bieten zusehends derartige Raster aller Art (Fremd- / Selbstbeurteilung wie auch Beobachtungsraster) zu verschiedenen Kompetenzbereichen an.
41) Gibt es Beispiele zur «Prozessbeurteilung»?
Antwort:
Einzelne Fachgruppen erarbeiten Beispiele zur Prozessbeurteilung und werden diese zur Verfügung stellen. Sie können auch in den fachspezifischen Weiterbildungen verwendet werden.
42) Gibt es Vorlagen zur Selbstbeurteilung?
Antwort:
Es gibt keine allgemeinen Vorlagen zur Selbstbeurteilung fachlicher Kompetenzen in den verschiedenen Fächern. Gewisse Lehrmittel stellen aber Vorlagen zur Verfügung, die eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die zu erwerbenden Kompetenzen in einer Lernsequenz (tâche, Lernumgebung, unit …) ermöglichen. Plattformen wie IQES-online oder Applikationen wie Microsoft Forms erlauben es, schnell Selbsteinschätzungsformulare zu kreieren, die den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt werden können. Die Selbsteinschätzung der überfachlichen Kompetenzen kann mit dem entsprechenden Instrument, welches auf Friportal zur Verfügung steht, durchgeführt werden.
43) Sind «Handlungsorientierung» und «Prozessorientierung» zwei unterschiedliche Beurteilungsformen oder ist die «Handlungsorientierung» Teil der «Prozessorientierung»?
Antwort:
Das Anliegen der Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht ist eine vielfältige Beurteilung zu fördern. Aus diesem Grund geben einzelne Fachbereiche einen Wechsel von unterschiedlichen Beurteilungsanlässen vor. Die Unterteilung in Kategorien wie Handlungs-, Produkt- und Prozessorientierte Beurteilung weist auf den Beurteilungsfokus hin. Eine präzise Trennung ist schwierig und auch nicht notwendig. Wichtig ist es, die eingesetzten Leistungsnachweise zu variieren sowie mit klaren, gut nachvollziehbaren Kriterien aufzuzeigen, worum es hauptsächlich geht (Beurteilungsfokus). Beispiele: Typische handlungsorientierte (praktische) Leistungsnachweise sind z.B. Vorträge halten, Dialoge im Fremdsprachenunterricht oder eine Choreographie aufführen. Typische produktorientierte Leistungsnachweise sind z.B. Werkgegenstände, Plakate oder längere Texte. Typische prozessorientierte Leistungsnachweise sind z.B. Lerntagebücher, Lernportfolios oder Reflexion über den eigenen Lernprozess.
44) Wie unterscheiden sich Grundansprüche von Grundanforderungen?
Antwort:
Grundansprüche sind im Lehrplan 21 definierte Kompetenzstufen, die Schülerinnen und Schüler spätestens am Ende eines Zyklus erreichen sollen. Sie sind im Lehrplan farblich hervorgehoben. Grundanforderungen werden von Lehrpersonen in Bezug auf eine Lernsequenz festgelegt. Sie beschreiben, was Schülerinnen und Schüler am Ende einer Lernsequenz mindestens können müssen, um in einem summativen Leistungsnachweis eine genügende Bewertung zu erzielen und das Weiterlernen zu sichern.
45) Worin liegt der pädagogische Ermessensspielraum bei der summativen Beurteilung?
Antwort:
Was die Schulzeugnisnote betrifft, gilt kein Ermessenspielraum. Erzielte Noten werden in Excel resp. ISA verrechnet und das arithmetische Mittel wird in das Zeugnis übernommen, vorbehalten bleiben selbstverständlich Berechnungsregeln, wie im Leitfaden zur Beurteilung definiert. Es ist möglich, einen Leistungsnachweis für die Klasse, eine Schülerin oder einen Schüler nicht zu zählen, wenn hinreichende, pädagogisch plausible Gründe dafür sprechen.Eine Korrektur des errechneten Notendurchschnittes nach oben oder unten ist nicht möglich. Was die Note zu einem Leistungsnachweis angeht, besteht Ermessenspielraum. So ist es gerade bei holistischen Beurteilungsrasters sehr oft so, dass nicht immer trennscharf festgestellt werden kann, welche Stufe der Qualitätsanforderungen eine Schülerin oder ein Schüler bei einem Kriterium erreicht. Wenn nun in einem Leistungsnachweis einer Schülerin oder einem Schüler ein Punkt fehlt, um beispielsweise anstelle einer 4.0 eine 4.5 zu erreichen und wenn pädagogisch begründet werden kann, weshalb der Schülerin oder dem Schüler in einem oder mehreren Kriterien bei der Bewertung der eine oder andere Punkt mehr gegeben werden kann, liegt es im Ermessenspielraum der Lehrperson diese Anpassung zu vollziehen, um der globalen Beurteilung der Schülerin des Schülers im Bezug auf den einzelnen Leistungsnachnachweis gerechter zu werden.

Kontakt:

  • frederic.aeby [at] fr.ch